Der Katalog liegt auch auf einer CD vor. Er enthält mehr als 2000 Titel von Monographien und Sammelwerken, die bis 1990 einen Teil der Bibliothek des Esperanto-Verbandes im Kulturbund der DDR bildeten, vorwiegend in der internationalen Plansprache Esperanto.

Im Bestand befinden sich

  • Wörterbücher, Grammatiken und Lehrmaterialien der Plansprache für verschiedene Nationalsprachen;
  • Sach- und Fachbücher über das Problem einer internationalen Sprache im allgemeinen und Esperanto im besonderen;
  • Untersuchungen zur Geschichte der Esperanto-Bewegung;
  • Berichte sowie Programmbücher von internationalen und nationalen Kongressen.
  • schöngeistige Literatur, die aus verschiedenen Sprachen ins Esperanto übersetzt wurden bzw. in der Sprache original verfasst sind;
  • Sachbücher aus verschiedenen Bereichen der Naturwissenschaft und Technik sowie aus anderen Gebieten praktischer Anwendung.

Ein zweiter Teil der Bibliothek besteht aus Zeitschriften. Darunter befinden sich ältere, gebundene Jahrgänge. Der größte Teil blieb jedoch ungebunden und ist in Mappen geordnet. Über die Zeitschriften gibt es keinen Katalog. Es handelt sich in erster Linie um Exemplare, die der Verband im Tausch für seine Zeitschriften „der esperantist” (1965-1990) und „Paco“ (DDR-Ausgabe, 1966 – 1989) erhielt. Eine Sammlung der DDR-Ausgaben des „Paco“ (Organ der DDR-Sektion der Weltfriedens-Esperantisten-Bewegung, MEM), die neben politischen Texten auch zahlreiche kulturelle und fachliche (interlinguistische/ esperantologische und auf die Esperanto-Bewegung bezogene) Beiträge enthält, liegt als CD vor.

Die Bibliothek wurde etwa 1969 im ersten Büro des Esperanto-Verbandes, Charlottenstr. 60 (Berlin-Mitte), eingerichtet und war dann ab 1987 im neuen Büro (Berlin-Mitte, Friedrichstraße 120) untergebracht. Sie wurde in diesen zwei Jahrzehnten von verschiedenen Esperantisten betreut, die ehrenamtlich tätig waren und sich in unterschiedlicher Weise der Sammlung widmeten. Die Materialien wurden nach Gruppen geordnet aufgestellt und vorläufig signiert. Die Bücher und Broschüren wurden durch eine alphabetische Kartei erschlossen. Ein großer Teil der Titel stammt aus Nachlässen verstorbener  Esperantisten. Andere Schriften wurden durch Tausch und Kauf erworben. Zahlreiche neuere Titel aus dem Ausland erhielt der Verband als Geschenk. Die Bibliothek war eine Präsenzbibliothek und stand interessierten Bürgern offen.

Die politischen Veränderungen in der DDR  Ende 1989 wirkten sich auch auf den Kulturbund und seinen Esperanto-Verband aus. Der Verband wechselte bis zu seiner Vereinigung mit dem Deutschen Esperanto-Bund (Pfingsten 1991) dreimal das Büro. Anfang 1990 verpackten die hauptamtlichen Mitarbeiter des Verbandbüros (= Abteilung Esperanto im Bundessekretariat des Kulturbundes) die gesamte Bibliothek in Kartons. Der Kulturbund übergab die Sammlung der 1991 gegründeten “Gesellschaft für Interlinguistik e.V.” (GIL), die aus fachwissenschaftlich aktiven Teilen des Esperanto-Verbandes (Fachgruppe Interlinguistik / Esperantologie) hervorgegangen war. Die GIL sorgte für die Lagerung der Bibliothek, die nirgends aufgestellt werden konnte.

2003 übernahm die Bibliothek der Stiftung Archiv der Parteien und Massenorganisationen der DDR im Bundesarchiv (SAPMO, Finckensteinallee 63, 12205 Berlin) die geschlossene Sammlung. Die Bücher und Periodika ergänzen sinnvoll die Aktenüberlieferung des Kulturbundes der DDR und somit auch seines Esperanto-Verbandes, die sich im Archiv der Stiftung befinden.

Der bereits von Thorsten Lemke 1989 auf der Grundlage einer durch die Jahrzehnte gewachsenen Zettelkartei erarbeitete und als Manuskript vervielfältigte alphabetische (Band)-Katalog wurde von Monika Ludewig mit erforderlichen Korrekturen versehen und als Word-Datei (Word 2000) auf einen elektronischen Datenträger übertragen. Aufgrund der Entstehungsgeschichte des Kataloges gibt es sicherlich Irrtümer, Tippfehler und möglicherweise auch Probleme bei der bibliographischen Erfassung und Klassifizierung einzelner Titel. Jedem fachlich Interessierten und etwas Vorinformierten wird der gedruckte Katalog bzw. die gezielte Suche auf der CD-Rom aber dennoch eine wichtige Hilfe sein.

Für fachliche und bibliographische Anfragen steht die “Gesellschaft für Interlinguistik e.V.” jederzeit zur Verfügung.

Berlin, Mai 2004
Detlev Blanke

Detlev Blanke (1941-2016) arbeitete als Fachlehrer, bevor er (1968-1990) die Abteilung Esperanto im Bundessekretariat des Kulturbundes der DDR leitete. Dort war er verantwortlicher Sekretär des Esperanto-Verbandes der DDR (GDREA). Er promovierte und habilitierte sich mit interlinguistischen Themen an der Humboldt-Universität zu Berlin, wo er danach als Honorardozent wirkte. 1991 initiierte er die Gesellschaft für Interlinguistik (GIL), die er bis 2011 leitete (danach Ehrenvorsitzender). Bis zu seinem Tod 2016 redigierte er das Bulletin der Gesellschaft „Interlinguistische Informationen“ (IntI) und die internationale Variante „Informilo por interlingvistoj“ (IpI).

Wera Blanke (*1933) arbeitete u.a. als Farbfilmlichtbestimmerin, Schauspielerin, Arbeits- und Gestaltungstherapeutin. 1976 begann sie, Esperanto zu lernen; seit 1979 befasste sie sich mit dem Entstehen von Esperanto-Fachworten und den Prinzipien ihrer bewussten Gestaltung und Normung. Sie erforschte und beschrieb plansprachliche Impulse für die Entwicklung der Terminologie-Wissenschaft, initiierte TEC, das Terminologische Esperanto-Centrum (das UEA 1987 in Warschau gründete), organisierte, hielt viele Vorträge und schrieb zur Thematik, hauptsächlich in Esperanto und deutsch.

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